Blicke ins Paradies

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Liebe Besucher dieser Webseite !!

Wir möchten Ihnen gerne unser Buch "Blicke ins Paradies" vorstellen. In diesem Fotobuch finden Sie einige unserer besten Tieraufnahmen.

Das Buch kostet Euro 19,90 plus Porto und Verpackung. Den Gesamterlös spenden wir dem Projekt "OWN THE NIGHT", dass sich für die Bekämpfung der Nashornwilderei im Kruger Wildschutzgebiet einsetzt. Die Spenden fliessen direkt auf das Konto der "Sanparks Honorary Ranger Organisation", die dieses Projekt ins Leben gerufen hat.

www.sanparkshr.org

Gerne können Sie das Buch bei uns per E-Mail bestellen.

Wir bedanken uns sehr für Ihre Unterstützung.

Ihre
Birgit und Mathias Schmidt

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Ehemaliges Stuttgarter Gastronomenehepaar kämpft gegen die Nashornwilderei in Südafrikas Kruger Nationalpark

 

Wir sind im Krüger Nationalpark an einem der wunderschönen Picknikplätze am Sabie Flußbett. Zum vierten mal besuchen wir das Wildschutzgebiet unter der Führung von Mathias Schmidt. Schmidt stammt aus dem Heilbronner Raum und ist gelernter Hotelkaufmann. Ich kenne Ihn schon seit der Zeit als er Geschäftsführer in der Kongreßhalle in Böblingen war. Mathias Schmidt war Ende der siebziger Jahre als Betriebsleiter in der Filderhalle Leinfelden tätig und hat mit seiner Frau Birgit 1985 die Gaststätte Allianz Stadion in Stuttgart Vahingen übernommen. Ende 1992 sind die Beiden nach Nelspruit ausgewandert - eine Kleinstadt am südlichen Rande des Krüger Nationalparks. Die Beiden betreiben die Haus Schmidt Guestlodge. Eine kleine luxuriöse Oase am Stadtrand von Nelspruit. Mathias Schmidt ist Tourguide und Seniorranger und unternimmt Individualtouren in "Seinem" Kürger Wildschutzgebiet.

Heute Morgen kurz nach sieben Uhr konnten wir 3 Löwinnen hautnah bei der Jagd erleben. Später waren wir umzingelt von ca 3o Elefanten und noch vor dem Frühstück standen wir mit unserem Fahrzeug inmitten einer Büffelherde.

Während Mathias das Frühstück zubereitet, haben wir Zeit unsere Gedanken wandern zu lassen und es wird uns bewusst was wir heute schon alles erleben durften. Von Tieren wie Zebras, Giraffen, Affen oder Antilopen spricht hier kaum jemand. Wenn man mit dem "Safari Schmidt" ( so nennen Ihn die Einheimischen) unterwegs ist, sind diese Tiere normal.

Mathias ruft uns zum Frühstück, - es sieht lecker aus und duftet vielversprechend. Bei Büffelhamburger, Käse, Obstsalat und hausgemachtem Brot beginnt er plötzlich über ein weniger schönes Kapitel des Krüger Nationalparks zu berichten.

"Meine Lieben, so schön wie das alles ist, was wir in den wenigen Stunden erleben durften, müssen wir uns darüber im klaren sein, dass es im Kruger Wildschutzgebiet gravierende Probleme gibt. Als ich ein junger Mann war, wurde bei einem unserer zahlreichen Keniabesuche, der berühmte George Adamson von Wilderern erschossen. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an den Film "Frei geboren", - ja genau die Löwin Elsa ... ! Kurze Zeit später wurden die letzten in Kenya freilebenden Breitmaulnashörner gewildert. Es ist traurig, denn auch im Südafrikanischen Busch hat die Wilderrei in den letzten Jahren extrem zugenommen. Das illegale Abschiessen von Antilopen ist schlimm aber zum Teil verständlich. Aufgrund der extremen Armut kämpfen Millionen von Menschen ums tägliche Überleben.

Aber Nashornwilderrei - um müde Männer wieder aktiver zu machen, halte ich in unserer aufgeklärten Welt für idiodisch - noch dazu gibt es Viagra oder andere Produkte. Ende der 50ziger Jahre gab es ca. 450 000 Breitmaulnashörner die die afrikanischen Savanen bevölkerten. 1982 waren noch 4500 Tiere übrig geblieben. Jetzt knapp 30 Jahre später ist der Bestand auf geschätzte 20 000 Tiere wieder angewachsen - und nun schein sich das "Drama" zu wiederholen !? Speziell in China und Korea ist die Nachfrage nach gepresstem Nashornpulver extrem hoch. Auch in vielen Arabischen Ländern werden für Nashornprodukte Unsummen bezahlt. Alle internationalen Reiseveranstalter werben bei einer Afrikareise mit den "Big Five" (Löwe, Leopard, Büffel, Elefant, Nashorn). Sicherlich könnt Ihr Euch noch an die letzten Touren die wir zusammen unternommen haben erinnern. Der Leopard ist das Tier welches am schwierigsten zu beobachten ist. Wenn die Wilderrei aber so extrem weitergeht, wird es bald nur noch die "Big Four" geben." Das Nashorn wird dann ausgerottet sein !!!

Wir haben alle gut zugehört, während wir uns an den Köstlichkeiten laben. In den nächsten Stunden und Tagen entstehen immer wieder heftige Disskussionen über den Vortrag von Mathias bei unserem ersten Buschfrühstück. Im nach hinein denke ich, dass er ganz bewusst diese Idee hatte. Es ist wichtig nicht nur die schönen Tiere und Landschaften des Krüger Nationalparks in Erinnerung zu behalten, sondern uns auch nachhaltig zu Hause, im Freundes- und Bekanntenkreis sich für die Tiere Afrikas einzusetzen. Man sollte sozusagen als eine Art "Botschafter" fungieren. Denn eines ist klar: bei einer Tour durch den Krüger Nationalpark im Grossbuss werden solche heikle Themen nicht angesprochen ! Nach dem späten Frühstück brennt die Sonne unbarmherzig. Plötzlich erscheint der Busch leer - die Tiere halten Siesta. Und so machen auch wir in unserem gemütlichen Rondavel eine Ruhepause. Es ist 16.00 Uhr - das Thermostat zeigt 38°C imSchatten. Mathias serviert Kaffee, Tee und hausgemachten schwäbischen Rübleskuchen. Herrlich wie bei Muttern ! Mathias nimmt den Faden der morgentlichen Disskussion wieder auf !

In den letzten 4 Jahren wurde vom Staat ein für unmöglich gehaltener Kraftakt unternommen. Es wurden 11 Fußballstadien neugebaut bzw. renoviert. Die Infrastuktur ist auf mitteleuropäischem Niveau angehoben worden - zum Teil sogar besser. Die Fertigstellung wurde durch die anstehende Fussball WM 2010 beschleunigt. Und siehe da - trotz wilder Spekulationen hat Südafrika der Welt gezeigt, dass es durchaus in der Lage war das grösste Sportereignis der Welt durchzuführen. Es waren fanatstische 4 Wochen ! Ein kaltes Wintermärchen mit gespenstischen Schiedsrichterleistungen und leider nur wenig ausverkauften Fussballstadien. Über diesen Zeitraum hatte man den Eindruck, dass das Zwischenmenschliche etwas zusammenwächst. Die Fussball WM sollte Südafrika einen positiven Schub verleihen ! Nun meine Lieben, der WM - Kater kam schnell und heftig ! Statt des Wachstumschubs erschütterte über mehrere Wochen ein gewaltiger Streik das Land und verunsicherte Investoren. Der Tenor der ausländischen Presse lautete: "Das Timing war unglaublich dumm, die WM hatte im Ausland einen sehr guten Eindruck hinterlassen hatte".

Die Hoffnung auf langfristige Investitionen dürfte sich erst einmal zerschlagen haben. Verstaatlichungsdebatten. exzessive Lohnerhöhungen und eine Arbeitslosigkeit von über 40% tragen nicht dazu bei Investoren ins Land zu locken !!! Jahrelang gab es nur das Thema Fussball Weltmeisterschaft 2010. Über alles andere kann später nachgedacht werden. Jetzt - später wird Südafrika von der Wirtschaftskrise eingeholt. Die organisierte Wilderrei konnte sich jahrelang gezielt aufstellen. Durch die Öffnung des Kruger Nationalparks nach Mosambik ist eine "grüne Grenze" entstanden- ein fast 250 km langer Fluchkorridor". Wir sind von seinen Ausführungen begeistert und hatten vor lauter Gesprächsstoff fast vergessen, dass wir eigentlich nochmal auf Pirschfahrt gehen wollten. Wir machen uns auf den Weg - und schon nach weniger als einer Stunde tritt eine Breitmaulnashornkuh aus dem dichten Busch. Nervös wittert das gewaltige Tier in unsere Richtung. Breitmaulnashörner sind sehr kurzsichtig. Kurze Zeit später ist uns klar warum die Kuh zunächst so nervös war. Ein etwa 5 Monate altes Jungtier - kaum größer als ein Warzenschwein - läuft übermütig auf uns zu. Die Kuh beginnt zu grasen und wir geniesen diesen herrlichen Anblick in der untergehenden Sonne sehr ausgiebig. Auf dem Weg zurück ins Camp erscheint der Busch plötzlich zu erwachen: Streifengnus, Impalas, Kudus und Warzenschweine werden aktiv. In der Kühle des Spätnachmittags kann man die Tiere friedlich beim Grasen beobachten. Glutrot geht die Sonne unter und während Mathias das Grillfeuer anzündet lassen wir den Tag nochmals revue passieren - was für eine erfüllter und ereignisreicher Tag !

Es ist 3 Tage später - unser letzter Tag im afrikanischen Busch. Wir haben viel erlebt und sehr viele Erkenntnisse dazugewonnen. Heute Nachmittag wollen wir mal nicht auf Pirschfahrt gehen. Wir werden uns an der dem Camp nahegelegenen Wasserstelle positionieren und gemütlich die Situtation beobachten. Mathias Schmidt liebt diese Stunden zwischen Tag und Nacht, wenn die Impalas ihre Schattenplätze unter den Nyalabäumen verlassen und ans Wasserloch ziehen. Reiher und Marabus suchen Ihre Schlafbäume auf , und die großen Fleckenuhus beginnen mit Ihren Jagdausflügen. Je näher die Dunkelheit kommt, desto gefährlicher wird es für Perlhühner und Kleingetier. Mathias deutet nach rechts und macht uns auf einen Schabrackenschakal mit seinem Weibchen aufmerksam.

Die kleinen Jäger nehmen jedes Geräusch war, registrieren jede Bewegung. Ihr Angriff kommt ohne jede Vorwarnung, überraschend und tödlich. Doch auch die nächtlichen Jäger müssen auf der Hut sein. Überall lauert auch für sie Gefahr. Während die zwei Schakale die kleine Antilope in die Enge getrieben haben, sie niederrangen und dabei waren, ihr das Ende zu bereiten, brach es wie ein Orkan über sie herein. Die Pranken des Löwen fuhren auf sie hernieder und töteten erst den einen, dann den anderen. Das Böckchen, verletzt zwar, aber voller Lebensenergie, rappelte sich auf, duckte sich im Schatten der Nacht und verschwand. Meine Güte, entfährt es mir, ich hatte den Löwen überhaupt nicht gesehen oder gehört. Es ging uns wohl allen so. Zumindest erzählen mir das die blassen Gesichter meiner Mitreisenden. Es ist stockdunkel. Wir können den Löwen zwar noch hören, aber es ist nichts mehr zu sehen. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft erzählt uns Mathias, dass sich solche Dramen Nacht für Nacht abspielen. Ungleiche Kämpfe, Gewinner und Verlierer, Räuber und Opfer, Leben und Tod .Doch die Geschichten selbst hat nur der Mond gesehen !

Meine Frau Birgit und ich lieben den Busch Wir sind stolz darauf, dass viele unserer Gäste extrem von meinen Ausführungen berührt sind. Aus diesem Grund haben Gäste von uns im März 2011 in Deutschland einen Verein gegründet. "GO FOR RHINO" soll helfen Spendengelder zu sammeln um damit die "Sanparks Honorary Ranger Organisation" in Südafrika zu unterstützen. Ich finde es bemerkenswert, wenn sich Urlauber auch nach Ihrem Urlaub engagieren und helfen wollen. Das zeigt dass ich offensichtlich etwas richtig mache. Wir haben bis jetzt mit Unterstützung unserer Gäste einen Betrag von 15 380,-- Rand gespendet (ca.1600 Euro). Von diesem Geld wurden 24 jungen Männern Uniformen gekauft und eine Ausbildung zum Hilfswildhüter finanziert. Sie werden jetzt von der ehrenamtlichen Rangerorganisation im Kruger Nationalpark eingesetzt. Langfristig soll dieses Projekt - genannt "Own the Night" - 500 Hilfswildhüter ausbilden. Diese sollen auch Nachts im Busch vor Ort sein und mit Nachtsichtgeräten ausgerüstet werden, damit die Wilderer schneller gestellt werden können. Die Verwaltung des Wildschutzgebietes hat nicht genügend Einnahmen und ist somit auf Spenden angewiesen. Ich verspreche Euch wir werden unseren Beitrag dazu leisten, damit wir diesen Krieg gewinnen!" Noch heute Wochen nach unserer Rückkehr in Deutschland muss ich viel über die Ausführungen von Mathias Schmidt nachdenken. Auch wir werden den Kampf gegen die Nashornwilderrei unterstützen. Burgen und Schlösser sind die Kulturdenkmäler Europas.

Für Afrika ist es die Natur mit seinen freilebenden Tieren !

 

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